Angela Kolb-Janssen, MdL
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24.11.2017, Angela Kolb-Janssen, Gleichstellung

Kolb-Janssen: Mich hat das Ausmaß der jetzt bekannt gewordenen Übergriffe nicht überrascht

23825994_747592738764461_5112131830680430274_oIm Anschluss an eine Feierstunde aus Anlass des morgigen Gedenktages gegen Gewalt an Frauen diskutierte der Landtag von Sachsen-Anhalt heute über das Thema “Sexuelle Belästigung nicht tolerieren”. In der Debatte erklärte die gleichstellungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Angela Kolb-Janssen:

“Den ganz alltäglichen Sexismus – dumme Anmache, gezielte Demütigungen, grobe Gewalt – das gibt es nicht nur in Hollywood. Aber der Hashtag #metoo war nicht nur Ausgangspunkt für eine intensive Debatte, sondern hat vielen Frauen Mut gemacht, über ihre eigenen Erfahrungen zu sprechen. Frauen jeden Alters sprechen darüber, was ihnen passiert ist. Manche Ereignisse liegen schon Jahrzehnte zurück. Sie erzählen von ihrer Angst, ihrer Scham – und sie finden Schutz in der Menge der anderen. Viele fragen sich. Warum haben sie so lange geschwiegen? Das Schweigen hat denselben Grund wie die Belästigung selbst: Machtstrukturen, in denen die einen Grenzen, auch strafrechtliche Grenzen, überschreiten können, ohne dafür belangt zu werden – und andere so wenig Macht haben, dass man ihnen gar nicht erst zuhört. Die Betroffenen können meist nichts beweisen, haben oft Angst, dass man ihnen nicht glaubt, und manche glauben sich nicht einmal selbst.

Mich hat das Ausmaß der jetzt bekannt gewordenen Übergriffe nicht überrascht. Eine EU-weite Studie hat schon 2014 belegt, dass jede dritte Frau von sexueller Gewalt betroffen ist. Auch die #aufschrei-Debatte im Jahr 2013 hat uns die gleichen Ergebnisse gezeigt – ohne dass sich viel geändert hat.

Erst nach der Silvesternacht in Köln wurde die von Frauenverbänden schon lange geforderte Reform des Sexualstrafrechts umgesetzt, so dass Nein jetzt wirklich Nein heißt und Täter nicht freigesprochen werden können, weil sich die Frau ‘nicht ausreichend gewehrt hat’. Seit dieser Reform gibt es jetzt endlich einen eigenständigen Straftatbestand ‘sexuelle Belästigung’.

Viele Männer fühlen sich verunsichert: ‘Man weiß ja gar nicht, was man jetzt noch machen darf’, klagen einige Männer. Das ist Unsinn. Jeder Mensch, der seine sieben Sinne beisammen hat, spürt doch, was angemessen ist und was nicht und wo man eine Grenze überschreitet!”

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